Die negativen Implikationen von extraterrestrischem Leben

Die Argumentation von Nick Bostrom ist durchaus nachvollziehbar: Wenn es schon bei uns in der Nähe extraterrestrisches Leben gibt, etwa auf dem Mars, dann kann das Leben an sich nichts so Unwarscheinliches sein. Dann müsste es folglich im Universum von Leben nur so wimmeln. Und wenn nur irgendeine dieser Lebensformen sich weit genug entwickelt hat und sich interstellar ausbreitet, dann hätten wir schon längst etwas davon bemerken müssen.

Da das offensichtlich nicht der Fall ist, muss es irgendein Hindernis auf dem Weg zur Interstellaren Supermacht geben. Robin Hanson nennt das einen großen Filter. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder haben wir diesen Filter bereits passiert (vielleicht war’s die Entwicklung vom Prokaryonten zum Eukaryonten oder die Entstehung von mehrzelligen Organismen), oder er steht uns noch bevor. Das wäre schlecht. Für uns jedenfalls.

Wenn wir kein Leben finden, dann können wir weiter hoffen, dass die Entstehung des Lebens selbst der große Filter ist. Dann wären wir wohl allein im Universum, aber wir könnten noch auf eine lange Zukunft hoffen.
Soweit seine Argumentation.

Spuren von Leben auf dem Mars wären allerdings gar nicht so schlimm. Wir könnten den großen Filter bereits passiert haben, aber das Leben auf dem Mars wäre daran gescheitert. Diese Möglichkeit erwähnt er durchaus, verfolgt sie allerdings nicht weiter.

Es bleibt allerdings eine weitere Möglichkeit: Vielleicht sind wir gar nicht so allein, aber wir sind einfach mit die Ersten? Immerhin braucht es einen Stern der Population I, damit überhaupt schwere Elemente verfügbar sind. Und wenn wir in’s All blicken, dann blicken wir natürlich immer auch in die Vergangenheit. Je weiter, desto früher. Vielleicht hat es einfach noch keiner in der Zeit geschafft, sich großartig bemerkbar zu machen?

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